Dieser Artikel in Kürze
- Grundsätzlich kann zwischen einer Renovierung, Modernisierung und Sanierung unterschieden werden.
- Ein Bausparvertrag kann dabei helfen, Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten oder Sanierungen zu finanzieren. Ein Bausparvertrag kann nicht nur für Immobilienbesitzer, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch für Mieter interessant sein.
- Besonders sinnvoll kann es sein, wenn der Bausparvertrag mit staatlicher Förderung kombiniert wird.
Unterschied: Renovierung, Modernisierung und Sanierung
Die drei Begrifflichkeiten mögen ähnlich klingen, sind aber im Kern grundverschiedene Vorhaben. Das größte Projekt wäre eine Sanierung. Das Kleinste die Renovierung. Dazwischen liegt die Modernisierung. Was steckt dahinter?
Eine Renovierung beschreibt eine optische Verbesserung und dreht sich um ästhetische Bedürfnisse. Im Mittelpunkt stehen vor allem Schönheitsreparaturen und Malerarbeiten. Es sind Arbeiten, die nicht zwangsläufig notwendig sind und eher das Wohngefühl verbessern sollen.
Eine Modernisierung hat das Ziel, den Wert einer Immobilie nachhaltig zu steigern, sie auf den neuesten Stand zu bringen und mögliche Unterhaltungskosten zu senken. Durch eine Modernisierung kann bei einem Verkauf meist ein höherer Preis erzielt werden.
Bei einer Sanierung geht es dagegen vorrangig um die Behebung gravierender Mängel. Sanierungen sind oftmals langwierig, aufwendig und erfordern spezielles Fachwissen.
Gut zu wissen: Nicht nur für Immobilienbesitzer sind Themen wie Modernisierung oder Renovierung relevant. Auch für Mieter ist beispielsweise die Renovierung wichtig. So planten 2025 laut einer Umfrage 5,45 Mio. Menschen die Durchführung von Renovierungsarbeiten in der Mietwohnung in den kommenden 2 Jahren (Stand: September 2025).1
1 statista.de, „Umfrage in Deutschland zur Renovierung der Mietwohnung bis 2025”, 16.09.2025
Bausparvertrag für Renovierung nutzen
Ob Renovierung oder Modernisierung: Ein Bausparvertrag kann eine Möglichkeit sein, um das Projekt anzugehen. Doch warum kann gerade Bausparen eine Option für die Realisierung sein?
- Einsatzmöglichkeiten
Wer Bausparen für eine Renovierung oder Modernisierung nutzen möchte, kann damit unterschiedliche Maßnahmen finanzieren. Das kann ein neuer Fußboden sein oder die Installation einer Wärmepumpe, um die Energiekosten zu senken.
Auch für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ist ein Bausparvertrag geeignet. Er kann unter anderem helfen, die Zinskosten gering zu halten. Ist ein vorheriges Ansparen zeitlich nicht möglich, so gibt es bei Bausparkassen auch Sofortfinanzierungen, bei denen zu Beginn die Bausparkasse die Auffüllung des Bausparvertrags übernimmt. Die Einsatzmöglichkeiten sind also vielfältig.
- Zinssicherheit
Der Vorteil beim Bausparen ist, dass die Spar- und Darlehenszinsen schon bei Vertragsabschluss feststehen. Das bedeutet, dass die Darlehenszinsen unabhängig von der künftigen Marktentwicklung sind. Das kann langfristige Planungssicherheit bieten. - Staatliche Förderungen
Zusätzlich können in manchen Fällen staatliche Förderungen neben dem Bausparen in Anspruch genommen werden. Welche das konkret sind, hängt von den jeweiligen Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen ab, wie beispielsweise bei der Wärmepumpenförderung, deren Bedingungen sich regelmäßig aufgrund gesetzlicher Anpassungen ändern.
Beispiele für Förderungen
Bausparvertrag + Wohnungsbauprämie:
Wer das 16. Lebensjahr vollendet hat und pro Jahr bis zu 700 Euro (1.400 Euro für Verheiratete) in einen Bausparvertrag einzahlt, kann sich bei Einhaltung der Einkommensgrenzen und wohnwirtschaftlicher Verwendung unter bestimmten Voraussetzungen die staatliche Wohnungsbauprämie von 10 Prozent sichern – also maximal 70 Euro für Singles bzw. 140 Euro für Verheiratete pro Jahr.
Bausparvertrag + vermögenswirksame Leistungen + Arbeitnehmersparzulage
Berufstätige können sich bei ihrem Arbeitgeber erkundigen, ob vermögenswirksame Leistungen gewährt werden. Bis zu 40 Euro monatlich bzw. maximal 480 Euro im Jahr kann der Arbeitgeber zur Vermögensbildung direkt zum Bausparvertrag beisteuern. Direkt im „Bauspartopf“ kann auch die Arbeitnehmersparzulage landen. Mit der Arbeitnehmersparzulage unterstützt der Staat das Sparen mit maximal 43 Euro (86 Euro für Verheiratete) pro Jahr. Der Fördersatz liegt in diesem Fall bei rund 9 Prozent.
Wichtig: Die aufgelisteten Förderungen sind nur ein Teil verschiedener Fördermöglichkeiten. Welche Förderung wie am besten genutzt werden kann, hängt immer von der persönlichen Lebenssituation und dem jeweiligen Projekt ab. Deshalb empfiehlt sich eine professionelle Beratung, um nicht den Überblick zu verlieren und keine Förderung zu verpassen.
Hand in Hand: Bausparen und Planung
Ein Bausparvertrag und die Planung für die Renovierung oder Modernisierung können eng miteinander verbunden sein. Denn in gewissen Fällen bedarf es einer langen und umfangreichen Planung.
Während dieser Planung kann kontinuierlich Geld in den Bausparvertrag eingezahlt werden. So kann parallel der finanzielle Grundstein für mehrere Maßnahmen gelegt werden. Das gilt nicht nur für bestehende Objekte. Auch schon bei Neubauten oder einem neueren Objekt kann sich eine frühzeitige Planung langfristig auszahlen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Kombination von eigenen Einzahlungen und staatlichen Förderungen schrittweise ein Guthaben aufgebaut werden kann. Dadurch verringert sich der spätere Kreditbedarf automatisch.
Das heißt: Je mehr Eigenkapital in der Ansparphase angesammelt werden kann, desto kleiner fällt das spätere Bauspardarlehen aus. Das wiederum kann für eine Senkung der Zinslast und Verkürzung der Rückzahlungsphase sorgen.