Wer clever ist, der riestert

Bei keiner anderen Sparform fördert der Staat so sehr wie bei der Riester-Rente. Die Zulagen und Steuerersparnisse sind enorm, erklärt der Rentenexperte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.

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Keiner drückt es so deutlich aus wie er: Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwirtschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und unsere dadurch gefährdete Altersabsicherung geht.  

Im Video: Prof. Dr. Raffelhüschen erklärt, warum ein Umdenken beim Thema Altersvorsorge notwendig ist

Die meisten künftigen Rentner werden im Alter keine Lebensstandard­sicherung haben, wenn sie jetzt nicht privat Vorsorge treffen.

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Die gesetzliche Rente wird nicht den gewohnten Lebensstandard sichern können

„Das eigentliche Problem ist die Demografie: Die deutsche Bevölkerung altert, und dieser Prozess wird sich auch in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in die Rente gehen, haben wir ein Problem.

Je länger die Lebenserwartung nach Renteneintritt, umso größer die Finanzierungsverpflichtungen für eine noch dazu kleinere Zahl von Beitragszahlern. Bis zum Jahr 2050 ist damit zu rechnen, dass sich das Verhältnis von potenziellen Erwerbstätigen (Beitragszahlern) zu Rentnern (Leistungsempfängern) nahezu halbieren wird: Ein Beitragszahler wird doppelt so viele Renter versorgen müssen wie heute. Die gesetzliche Rente wird nur eine Basisversorgung bieten und nicht den gewohnten Lebensstandard sichern können“, betont Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.

Sparer sollten Subventionen nutzen

Die staatliche Rente von bald 45 Prozent mit absteigender Tendenz sei nur noch eine Basisversorgung. „Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, für seine Altersabsicherung selbst zu sorgen.“ Er plädiert für einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen – allen voran jedoch für die, bei denen der Staat kräftig unterstützt.

Prof. Dr. Raffelhüschen ist deshalb ein großer Befürworter der Riester-Rente. Kritikern dieser Sparform fürs Alter entgegnet er: „Es gibt nicht nur eine Form der Riester-Rente. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, da ist für jeden etwas Passendes dabei, abhängig davon, ob man eher rendite- oder sicherheitsorientiert ist. Die unterschiedlichen Angebote sind angepasst an Alter, Lebenssituation, Lebensplanung“, erklärt er.  

Riestern heißt: Zulagen bekommen und Steuern sparen – und zwar nicht zu knapp

Leider nehmen noch viel zu wenige Familien die hohen staatlichen Zulagen und Singles die enormen Steuervorteile in Anspruch. Zwei Beispielrechnungen finden Sie hier. „Die Riester-Rente ist nichts anderes als ein steuerlicher Sonderausgabenabzug und bringt somit eine ansehnliche Ersparnis für den Steuerzahler, erläutert Prof. Raffelhüschen.“ Wer beim Start jünger als 25 Jahre und förderberechtigst ist, erhält vom Staat zudem einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro!

Wer bereits Riester-Sparer ist und in der aktuellen Situation Probleme hat, weiter in seinen Riester-Vertrag einzuzahlen, solle auf keinen Fall kündigen, sondern den Vertrag beitragsfrei stellen, rät der Experte. „Bei einer Kündigung müssen alle staatlichen Zulagen zurückgezahlt werden. Bei einer Beitragsbefreiung bleiben alle bisherigen Zulagen bestehen.“

Clever: Riester und betriebliche Altersvorsorge (bAV) kombinieren

Dabei plädiert der Wissenschaftler, die Riester-Rente und die ebenfalls vom Staat geförderte betriebliche Altersversorgung als kluge Ergänzung zu sehen. Jedes Unternehmen muss seinen Mitarbeitern die bAV anbieten. Den Arbeitgeber darauf anzusprechen, ist also keine Bittstellung. „Die betriebliche Altersvorsorge zusätzlich zur Riester-Rente zu machen, ist durchaus sinnvoll.“

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